Die emailverzierte Fibel von Helgö, Kirchspiel Ekerö, Uppland Ginters, Valdemars Fornvännen 1-25 http://kulturarvsdata.se/raa/fornvannen/html/1961_001 Ingår i: samla.raa.se DIE EMAILVERZIERTE FIREL VON HELGO, KIRCHSPIEL EKERÖ, UPPLAND Von V. Ginters Die 1959 fortgesetzten Ausgrabungen auf der an iiberraschenden Funden so iiberaus reichen Mälarinsel Helgo, Ekerö 1 haben wieder ein reiches Fundmaterial geliefert, darunter eine einsl emailverzierte Fibel, die in dieser Umgebung fremdartig ist und in Schweden zum ersten Mal angetroffen wird. Die bronzene Fibel (Abb. 1) ist unvollständig erhalten und in ihrem jetzigen Zustand 8 cm läng. Der Biigel und der Fussteil der Fibel sind im Querschnitt dreieckig mit abgesetzten Seitenrändern. Die Wölbung des Bugels ist verhältnismässig flach und die ganze Fibel ist stark hohlwandig. Der Biigel hat eine gegen das Kopfende sich verbreiternde Form mit etwas ausgeschwungenen Seiten. Die Kopfpartie biidet eine vom Biigel flach abgeschrägte dreieckige Fläche, auf der im oberen Winkel ein runder schälchenförmiger Knopf aufgenietet ist. Der Kopfabschluss der Fibel ist abgebrochen. Die Bruchfläche ist alt. Am Obergang vom leicht gewölbten Biigel zur Fusspartie befindet sich eine 1 cm breite und um etwa 1 mm erhöhte Querleisle, durch deren Mille eine tiefe Bille geht und die mit je zwei längsgezogenen Bitzlinien verziert ist. An den Enden dieser Querprofilierung der Fibel 1 W. Holmquist, Die eisenzeitlichen F u n d e aus Lillön, Kirchspiel Ekerö, Uppland. Acta archaeologica, Bd. XXV, 1954, S. 260 ff. Ders., An Irish Crozier-Head found near Stockholm. The Antiquaries Journal, Bd. XXXV, 1955, S. 46 ff. Ders., Gårdsanläggningar från yngre järnåldern på Helgo (Lillön) Ekerö socken i Mälaren. F o r n v ä n n e n 1957, S. 97 ff. Ders., Fynden från Helgo. Fornvännen, 1957, S. 209 ff. Ders., Grävningarna på Helgo i Mälaren. Viking, 1957/1958, S. 141 ff. Ders., Hednisk kull på Helgo. Seplentrionalia et Orientalia. Studia Bernhardo Karlgren dedicata. K. Vitterhets Historie och Antikvitets Akademiens Handlingar, Bd. 91, 1959, S. 203 ff. V. GINTERS sitzen beiderseits runde, zylinderförmige, erhöhte Ansätze je mit einem aufgenieteten, dem des Fibelkopfes entsprechenden, schälchenförmigen Knopf. Die Nietenenden sind auf dem Boden der Schälchen und auf der Biickseite der Fibel stark flachgehämmert (Abb. 1). Bei den seitlichen Knöpfen ist die Niete durch ein Bohrloch gefiihrt worden. Die Vernietung auf dem Fibelkopf zeigt ein anderes Verfahren. Hier hat die verhältnismässig diinne Bronzewand der Fibel unter dem Knopf eine kaum merkbare Einsenkung an der Oberfläche und an der Unterseite der Fibel einen deutlich hervorragenden zackigen, den flachgehämmerten Nietenkopf umrahmenden Band (Abb. 1, 2). In diesem Fall ist das Nietloch augenscheinlich nicht gebohrt sondern durchgeschlagen worden oder die Niete ist bedeutend stärker gewesen als das Bohrloch, was zu derselben Erscheinung fiihren konnte. Die Fibel ist der Feuereinwirkung ausgesetzt gewesen und zeigt am abgebrochenen Fussende Schmelzspuren. Auf der Unterseite der hohlwandigen Fibel (Abb. 1) geht längs dem Mittelgrad der langausgezogene, jetzt zur Seite gebogene, breite Nadelhalter. In den aufgenieteten Schälchen haben sich farblose, durch Feuereinwirkung versinterte Beste der Emailfiillung erhalten. Die Fibel gehört zu einer estnischen Abwandlung der kaiserzeitlichen, kraftig profilierten Fibeln, deren Herstellungs- und Verbreitungszentrum sich in Nordostestland, im Kreise Virumaa (Wierland) befindet. Diese Fibeln sind unter der Bezeichnung Fibeln vom Tursämae Typus, nach dem Fundort Tiirsämae (Tursel), Kirchspiel Vaivara, bekannt. Hier wurden 1886/1887, bei der Untersuchung einer der fiir Estland und Nordlettland charakteristischen Steinsetzungen, vier Fibeln dieses Typus gefunden, darunter die drei besterhaltenen der bisher bekannten des Typus. Zwei dieser Fibeln sind emailverziert. 2 Das am besten erhaltene 2 P. Wiskowatow, Bericht iiber die Aufdeckung einer schifförmigen Steinsetzung bei Tiirsel in Estland. Ders., Nachtrag zum Bericht uber die Aufdeckung der Steinsetzung zu Tiirsel. Verhandlungen d. Gelehrt. Estn. Ges., XIII, Dorpat 1888, S. 1 ff. u. S. 71 ff., Abb. Taf. II, 4ab. C. Grewingk, Aschenfriedhof bei Tiirsel. Kat. d. Ausstellung zum X. archäologischen Kongress in Biga 1896, Riga 1896, 391—392, Abb. Taf. V, 26. H. Moora, Die Vorzeit Estlands. Tartu 1932, Abb. 24, 3. P. A. Viskovatov, TjurseVskija raskopi. (Die Ausgrabungen in Tursämae) Trudy VII archeologiéeskogo sjezda v Jaroslavle DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O Abb. 1. Bronzene Fibel mit aufgenieteten Emailknöpfen von Helgo, Ksp. Ekerö, Uppland. Varder-, Seiten- und Buckansicht. 1/1. — Den emaljprgdda bronsfibulan från Helgo, Ekerö socken, Uppland. Sedd framifrån, frän sidan och bakifrån. Exemplar dieser Tiirsämae-Fibeln ist wiederholt abgebildet worden und stellt gewissermassen den Höhepunkt der Entwicklungsreihe dieser Fibeln dar (Abb. 4). Diese Fibel hat alle charakleristischen Merkmale der Fibel von Helgo, aber in einer viel sorgfältigeren Ausfiihrung. Der stark gewölbte Biigel, die schärfere Fazettierung der ganzen Fibel, die stärker erhöhten Querprofilierungen des Bugels und besonders des Fibelfusses verleihen der Fibel, im Vergleich mit der abgeflachten Form des Exemplars von Helgo, ein bedentend slrafferes und eleganteres Aussehen. Beide Fibeln unterscheiden sich auch in der Form der Email(Arbeiten des 7. archäologischen Kongresses in Jaroslavl 1887) Bd. II, Moskau 1891, S. 199 ff. V. G I N T E R S a v. Abb. 2. Querschnitt der aufgenieteten Emallknöpfe der Fibel von Helgo. 2/1. a) Emailknopf auf dem seitlichen Ansatz der Fibel. b) Emailknopf auf dem F'ibetkopf. — Pånitningen av emaljknoppar på fibulan från Helgo: a. pd sidoutsprången; b. på fihulans huvud. knöpfe. Die vier, auf den seitlichen runden Ansätzen der Querwiilste der Tiirsämae-Fibel aufgenieteten Knöpfe haben nicht die Schälchenform der Helgö-Fibel, sondern sind zylinderförmig mit eingetieften Gruben fiir die Aufnahme des Emails gestaltet. Der flache dreiblattartig geformte Fussabschluss hat keine aufgenieteten Knöpfe sondern, wie das bei dem Grubenemail-Verfahren gewöhnlich ist, flache runde Eintiefungen. Die Fibeln vom Tursämae Typus sind in der diesbezuglichen Literatur mehrfach erwähnt und teilweise beschrieben, aber nicht näher behandelt worden. Um die Stellung der Helgö-Variante in dieser Fibelgruppe klarzulegen ist eine Ubersicht uber die bisher bekannten Pibelfunde notwendig. Das gesamte archäologische Fundmaterial Nordostesllands — den Zeitabschnilt 5. Jahrh. v. Chr. bis 5. Jahrh. n. Chr. umfassend — ist zuletzt von M. Schmiedehelm eingehend behandelt worden. 3 Die Fibeln vom Tursämae Typus sind in Estland in neun Exemplaren von fiinf Fundorten, die alle in Virumaa liegen, bekannt. Ein Fibelfragment stammt aus der Steinsetzung E in Jäbara, Kirchspiel Liiganuse (Abb. 5). 4 Von den in Estland gefundenen Fibeln steht diese in ihrer verflachten stark hohlwandigen Form, der Gestaltung des Fibelkopfes und des Biigelwulstes mit 3 M. Ch. SmidccheVm, Archeologiéeskijc pamjatniki perioda razlozenija rodovogo ströja na severo-vostoke Estonii. (Die archäologischen Denkmäler aus der Periode der Auflösung der Sippenordnung im Nordosten Estlands) Tallin 1955. Eine kurze Ubersicht iiber die Grabformen und Leittypen der vorchristl. Eisenzeit und der Kaiserzeit wurde von af, Schmiedehelm schon 1952 veröffentlicht: Kamennyje mogili v severo-vostocnoj Estonii. (Die Sleinsetzungsgräber in Nordostestland.) Kratkije soobäcenija . . ., M. 1952, S. 76 ff. 4 M. Schmiedehelm, a. a. O. S. 90 ff., Abb. 23, 3. M. Schmiedehelm, Ein Grabfeld der älteren Eisenzeit in Liiganuse (Estland). Eurasia septentrionalis antiqua, III, Helsinki 1928, S. 93 ff., Abb. 5, 2. DIE E M A I L V E R Z 1 E R T E F I H E L VON H E L G O den emailverzierten Knöpfen der Fibel von Helgo am nächsten. Die Steinsetzung in Malla, Kirchspiel Viru-Nigula hat eine Fibel mil abgebrochenem Fuss und aufgenieteten massiven Bronzeknöpfen ohne Emailverzierung (Abb. 6) geliefert. 5 Diese Fibel gehört einer gleichzeitigen oder vielleicht auch etwas friiheren Entwlcklungsstufe an als die Fibel von Tiirsämae (Abb. 4). Zwei bisher ganz vereinzelt daslehende Varianten des Tiirsämae Typus wurden in der von A. Friedenthal 1931/1932 untersuchten Steinsetzung im Dorfe Ojaveski, Kirchspiel Kadrina gefunden. Die grosse 11,5 cm länge Fibel ist von ziemlich gröber Ausfiihrung und hat eine an der eisernen Achse in Scharnierkonslruktion befestigte Bronzenadel. Auf dem Fibelkopf sind drei massive halbkugelige Knöpfe aufgenielet. Die beiden Querprofilierungen haben je zwei solche Knöpfe und der Fibelfuss endet mit drei aufgenieteten Knöpfen. Die Emailverzierung ist auf den Fibelfuss beschränkt, auf dem sich ein eingetieftes rhombisches Feld mit Emaileinlage von grunlich-blauer Färbung befindet. Die andere hier gefundene Fibel hat auf dem nur teilweise erhaltenen Kopf keine Knöpfe, während die beiden sprossenartigen Querprofilierungen seitlich in klceblallfönnigen Gebilden enden. Diese feuerbeschädigte Fibel (Abb. 7) ist nicht emailverziert gewesen. 6 Ein Fiibelkopfbruchstuck vom Tiirsämae Typus stammt aus Törma, Kirchspiel Bakvere. 7 In Estland sind bisher ausserhalb dieses nordöstlichen, sich mit dem Kreis Virumaa deckenden Verbreitungsgebletes keine dieser Fibeln gefunden worden. 8 Die Fibel aus Helgo ist die zweite 5 B. Hausmann, Grabfunde aus Estland. Beval 1896, S. 18, Taf. III, 65. M. Schmiedehelm, Arehéol. pamjalniki . . ., S. 159. 6 A. Friedenthal, Ein Hiigclgrab aus der älteren lind mittleren Eisenzeit Nordestlands. Beiträge zur Kunde Estlands. Bd. XX, Tallin 1935/1936 S. 1 ff. Abb. 13, 1, 3. M. Schmiedehelm, Archeol. pamjalniki . . ., S. 143 ff. Abb. 36, 1. ' H. Moora, Uks varema rau-aja kalm Pöhja-Eeslis. (Ein Grabfeld der älteren Eisenzeit in Nordestland.) Eesti Hahva Muuscumi Aastaramat, II, Tartu 1926, S. 187 ff. Abb. 147, 17. 1 In welcher Beziehung zu diesen Fibeln der rhombische emailvcrzierte Fibelfuss aus Pajusi steht, ist nicht festslellbar. Vgl. die Abbildung Taf. V. G I N T E R S Abb. 3. Die Fibel von Helgo. Rekonstruktionsversuch. 1/1. — Fibulan från Helgo. Rekonstruktion. ausserhalb Estlands angetroffene Tiirsämae-Fibel. Eine ihr sehr nahe stehende Variante dieser Fibeln ist aus Finnland bekannt. Die Fibel wurde 1914 von A. Hackman bei der Untersuchung einer flachen steingepflasterten Grabanlage mit Brandgräbern in Isokylä, Ketohaka, Kirchspiel Uskela gefunden. 9 Die Fibel (Abb. 8) ist feuerbeschädigt und der Biigel ist fragmentarisch und deformiert. Die drei erhaltenen aufgenieteten Knöpfe an den Seiten der unteren Querprofilierung und auf dem Fussende enthalten Beste rötlichen Emails. Verglichen mit den estländischen Funden steht diese Fibel der aus Jäbara (Abb. 5) am nächsten. Wir verfiigen somit iiber zwei, der Fibel von Helgo analoge aber unvollständige Exemplare, die sich gegenseitig ergänzen, indem bei der Fibel aus Jäbara nur die obere Hälfte erhalten, bei der Fibel aus 7, 6 im Kat. d. Ausstellung zum X. archäol. Kongress in Biga 1896 und R. Hausmann, Sitzungsberiehte d. Gelehrten Estnischen Gesellschaft 1894, Dorpat 1895, S. 57 f. Der Versuch B. Nermans die Form dieses Fibelfusses von gotländischen Fibeln mit rhombischer Kopfplatte herzuleiten, ist nicht iiberzeugend. Bhombische Emailfelder (vgl. die oben angefiihrfe Fibel aus Ojaveski) und rhombische Fibelfiisse sind im Verbreilungsgebiel des Emailschmuckes ganz gewöhnlich. B. Nerman, Die Verbindungen zwischen Skandinavien und dem Ostbaltikum in der jiingeren Eisenzeit, Stockholm 1929, S. 26 f., Abb. 21 und Abb. 2, 4. » A. Hackman in Finsk Museum XX11I, Helsinki 1916, S. 56, Abb. 17. Ders., Baltische Sprossenfibeln aus Finnland. Festschrift Adalbert Bezzenberger, Göttingen 1921. S. 68 ff., Abb. 3. E. Kivikoski, Die Eisenzeit Finnlands, I, Helsinki 1947, S. 23, Taf. 12, 84. 6 DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O Abb. 4. Bronzene emailverzierte Fibel von Tursämae, Ksp. Vaivara, Estland1/1. Nach M. Schmiedehelm. — Emaljprydd bronsfibula från Tursämae, Vaivara socken, Estland. Uskela dagegen der Fussteil inlakt ist. Der erhaltene Teil der Fibel von Helgo entspricht in allén Einzelheiten der Gestaltung und Verzierung so stark den beiden oben erwähnten Exemplaren, dass eine Bekonstruktion der Helgö-Fibel keine besonderen Schwierigkeiten bereitet (Abb. 3). Da die Tursämae-Fibeln aus Estland gewöhnlich eine dreiblattartige Form des Fussabschlusses haben, känn die Bekonstruktion des Fussendes der HelgöFibel Zweifel erwecken. Wir haben die hier wiedergegebene Lösung vorgezogen und den Fibelfuss des finnischen Exemplars ubernommen, weil dieses in allén anderen Teilen der Helgö-Fibel entspricht. Die Fundverhältnisse der Fibel von Helgo bieten keine sicheren Anhaltspunkte fiir eine nähere Datierung dieser Fibel. Die Zeitstellung der Fibeln vom Tursämae Typus hat man bisher nicht näher präzisieren können. Mit Ausnahme der Fibel von Helgo, stammen alle anderen Fibeln dieses Typus aus Grabfunden. Die Fundumstände in diesen Grabanlagen mit Brandgräbern gestalten leider nicht das Auseinanderhalten der einzelnen Grabinventare. Die Steinsetzungen beginnen im allgemeinem mit dem 2. J a h r h . n. Chr. und waren durchgehend bis in die späte Völkerwanderungszeit in Benutzung. Die Form der Fibeln V. U I N T B II s ,x£S- ^rL#) .lill. / •••ot.ir Abb. 5. Bruchstuck der bronzenen mil FAnailknöpfen verzierten F'ibcl von J ä b a r a , Ksp. Luyanuse, Estland. 1/1. Nach M. Schmiedehelm. — Fragment av en emaljprydd bronsfibula från stensättning E i J ä b a r a , Luganuse socken, Estland. vom Tiirsämae Typus, die von den ballischen Varianten der kraftig profilierten Fibeln herzulciten ist, und gewisse Kontaminationserscheinungen mit den Sprossenfibeln 10 verweisen sie in die späte römische Kaiserzeit. Es miissen aber lokal bedingle Eigenarten der Stiltendenzen und das zähe Fortdauern der Formen in Betracht gezogen werden. Die ganze Gruppe der Fibeln känn kaum gleichzeitig sein. Wie gross der Zeitraum ist, der die älteren aber schon voll ausgebildeten Exemplare, wie die Fibeln Daher auch das Schwanken in der Bezeichnung der Fibeln. Hackman nennt sie kraftig profilierte Fibeln (.4. Hackman, Baltische Sprossenfibeln . . . S. 76). M. Schmiedehelm gebraucht dafiir die Bezeichnung Sprossenfibeln (z. B. Archeol. pamjalniki . . . S. 94). 10 8 DIE E M A I L V E II Z I B K T B K I B K I, VON H E L G ö * " * Abb. 6. Bruchstuck der mit massiven Bronzeknöpfen verzierten Fibel von Matta, Ks;i. Viru-Niguln, Estlnnd. Ca 1/1. Nach B. Hausmann. — Fibula med massiva broruknoppar från Malla, Viru-Nigula socken. Estland. aus Tiirsämae und Malla von den stilislisch späteren Formen der Fibeln von Helgo, Jäbara und Uskela trennt, ist schwer zu beslimmcn. Hackman hat die Fibel aus Uskela an das Ende des 3. Jahrh. gesetzt. Dieser Datierung hal sich E. Kivikoski angeschlossen. 11 Das ist eine zweifellos zu fruhe Datierung, besonders weil es sich hier, meines Erachtens, um eine der späten Varianten dieses Typus handelt. Schon die älteren Typen, wie die Fibeln aus Tiirsämae und Malla, besitzen alle Slilmerkmale der ausgehenden römischen Kaiserzeit mil den anderen späten eslnischen Fibelvarianten (z. B. den Sprossen- und Augenfibeln) gemeinsam. Das Ubersteigern der Formen in der Grosse und in der Hohlwandigkeit, das Umwandeln der Achsenhiilsc in einen massiven Stab mit eingehängter Nadel sind eigenartige lokale, besonders .4. Hackman. Baltische Eisenzeit . . ., S. 23. 11 Sprossenfibeln . . . S. 76. — E. Kivikoski, Die V. GINTERS fiir Virumaa bezeichnende Erscheinungen. H. Moora hat, sich hierauf berufend und unter Hinweis auf den Fundkomplex von Storkåge in Västerbotten, mit dem der Typus etwa gleichzeitig sein muss, 12 den Tursämae Typus in das 4. Jahrh. gesetzt, während M. Schmiedehelm ihn in das 4. und den Anfang des 5. Jahrh. datiert. 13 Hierbei muss beachtet werden, dass isowohl H. Moora wie auch M. Schmiedehelm diese Zeitbestimmung auf den Tursämae Typus, wie ihn die Fibel aus Tursämae (Abb. 4) vertritt, beziehen, ohne auf die Frage des event. Fortbestehens in späteren Stilabwandlungen einzugehen. Es wurde oben schon darauf hingewiesen, dass die Fibeln von Helgo, Uskela und Jäbara (Abb. 1, 5, 8) jiingcre Varianten der friihesten, dem 4. J a h r h . zuzuweisenden Fibel aus Tursämae (Abb. 4) sind. Die ersteren haben, z. B. in der abgeflachten hohlwandigen Form, dem flachen dreieckig abgesetzten Fibelkopf, vieles gemeinsam mit den späten degenerierten Formen der Augenfibeln der estländisehcn Nebenserie, 14 die ebenfalls eine kaiser zeitliche, in Virumaa entstandene und weiterentwickelte Fibelform darstellt und in den spätesten Ausläufern bis in das 6. Jahrh. hlnelnreicht. Eine späte Augenfibel enthält der schon erwähnte Verwahrfund von Storkåge und zu diesem Fundkomplex gehört auch eine emailverzierte Hufeisenfibel vom Virumaa Typus. Eine solche Hufeisenfibel aus Wärilä in Finnland datierte Hackman in die Zeit um 300 n. Chr., 15 während Hjärne die gleiche Fibel aus Storkåge in das 4. Jahrh. setzt. Fiir die Frage der Zeitstellung dieses Fundkreises ist der Verwahrfund von Piilsi in Estland wichtig. 10 Zu diesem Fund gehört H. Moora, Die Eisenzeit in Lettland bis etwa 500 n. Chr., Bd. II, Tartu 1938, S. 76. E. Hjärne, Bronsfyndet från Storkåge. Fornvännen 1917, S. 147 ff. und S. 203 ff. 13 M. Schmiedehelm, Archeol. pamjalniki ..., S. 95. 14 H. Moora, Ober die Augenfibeln in Est- und Lettland. Sitzungsberiehte d. Gelehrten Estnischen Gesellschaft. Tartu 1922, S. 109 ff. 15 A. Hackman, Die Emailfibel von Wärilä im Kirchspiel Päikäne. Finsk Tidskrift, XXVI, Helsinki 1912, S. 225. E. Hjärne, a. a. O., S. 214. '• H. Moora, Der Verwahrfund von Piilsi, Kirchspiel Avinurme. Sitzungsberiehte der Gelehrten Estnischen Gesellschaft 1933, Tartu 1935, S. 283 ff. 12 10 DIE EM A IL V E R Z I E R T E F I R E L VON H E L G O Abb. 7. Bronzene Fibel von Ojaveski, Ksp. Kadrina, Estland. 1/1. Nach M. Schmiedehelm. — Bronsfibula från Ojaveski, Kadrina socken, Estland. eine stark abgenutzte emailverzierte Hufeisenfibel wie die oben angefiihrt en und eine grosse degenerierte Augenfibel der estnischen Nebenserie. Der ganze Fund wird durch eine dazugehörige Sternfussfibel in das 5. Jahrh. datiert. In diesem Zusammenhang ist der sog. Loimafund aus Finnland ebenfalls von Interesse. 17 Auch dieser Fund enthält eine fragmentierte emailverzierte Hufeisenfibel derselben Form wie die oben angefiihrten. Alle datierbaren Bestandleile dieses Fundes sind aber friihestens in den Ausgang des 5. Jahrh. zu setzen. Der ganze Fund gehört nach E. Kivikoski in die Zeit um 500 oder den Anfang des 6. Jahrh. Von Kivikoski wird hierbei die Frage gestellt, ob nicht die ganze Gruppe der Hufeisenfibeln vom Virumaa Typus später anzusetzen sei als das bisher getan wurde. 18 Hier ist darauf hinzuweisen, dass, mit Ausnahme des Fundes von Piilsi. die grösste und darum späte Augenfibel der estnischen Nebenserie aus der Steinsetzung von Tiirsämae stammt. Dortselbst wurden auch drei emailverzierte Hufeisenfibeln gefunden. 19 Diese E. Kivikoski, Loimafyndet. Ett rikt gravfynd från äldre folkvandringstid. Finsk Museum XLIII, 1936, Helsinki 1957. S. 1 ff. 18 Loimafyndet. S. 11. 19 M. Schmiedehelm, Archeol. pamjatki ..., S. 159. 17 11 V. G I N T E R S Tatsache ergibt natiirlich keine nähere Dalierungsmöglichkeil fiir die aus derselben Grabanlage stammende Tiirsämae-Fibel (Abb. 4). Wenn nun, wie erwähnt, mil den eslländischen Fundvcrhältnissen verlraute Forscher wie H. Moora und M. Schmiedehelm diese Fibeln in das 4. Jahrh. und den Anfang des 5. Jahrh. setzen, so känn die Helgö-Fibel, eine späte Variante der Tiirsämae-Fibeln, kaum friiher als in das 5. J a h r h . datiert werden. In Schweden isl sie zwar vereinzelt, gehört aber in dasselbe Fundmilieu wie die Verwahrlundc von Storkåge und der Loimafund in Finnland. Ein Versuch, die Stellung der ballischen emailverzierten Gegenstände in der grossen, weiträumig verbreiteten Gruppe emailverzierten Schnuickes lestzuslellen, ist, von der Zusammenstelliing A. Spicyns 20 der damals bekannten Funde ausgehend, zuerst von A. Hackman und gleich darauf von E. Hjärne 2 1 gemacht worden. Grundlegend fiir die Fragen der Entstehung und Verbreitung sowie die zeitliche Stellung des Emailschmuckes sind die Arbeiten von H. Moora, 22 welcher seine neuerdings vervollständigte Karte .4. Spicgn, Predmely s vyjemcatoju emalju. (Gegenstände mit Grubenemail) Zapiski Imp. Busskago Archcol. Ob§£esfva, V, St. Petersburg 1903. 21 A. Hackman, Die Emailfibcl von Wärilä . . ., E. Hjärne, a. a. O. 22 H. Moora, Zur Frage nach der Herkunft des ostbaltischen emailverzierten Schmucks. Finsk Tidskrift, XL, Helsinki 1934, S. 75 ff. Ders., Zur Herkunft der Emailverzierung, in: Die Eisenzeit Lettlands bis etwa 500 n. Chr. Bd. II. Verhandlungen der Gelehrten Eslnischen Gesellschaft, XXIX, Tartu 1938, S. 100 ff. Ders., O drev-nej territorii rasselenija baltijskich plemcn (Uber das alte Siedlungsgebiet der ballischen Slämme). Sovetskaja Archeologija, 2. M. 1958, S. 9 ff. In dieser letzten Arbeit nimmt Moora erneut zur Frage der Entstehung und ethnischen Zuwcisung des Emailschmucks Stellung (S. 27 f.). Das Email isl zuerst im Verbreitungsgcbiel baltischcr Stamme — der Galinder und Sudauer-Jatvinger — iibernommen worden und hat sich von diesem Ursprnngsgebict weiter verbreitet, wobei sich lokale Zentren auch bei den benachbarten finnischen und einigen slavischen Stammen bildelen. Diese seiner Zeit schon von L. Niederle (Slovanské starozitnosti. Bd. I, Prag 1924, S. 541 f.) angedeutctc These steht im Gegensatz zu der vorherrschenden Ansicht fiihrender russischcr Archäologen. Letztere verfechten eine direkte r b e r n a h m c des Emails bei den Slaven von der spätrömischen Kunsfinduslric. Am cingehendsten isl diese Frage von B. A. Rybnkov (Remeslo drevnej Busi. — Das Handwerk Alt-Busslands. M. 1948. S. 46 ff.) bchandelt worden. Er stellt fest, dass das Email auf den von ihm als slavisch resp. wendisch bezeichnelen Fibeln im Dnieprgebiel elwa im 4. J a h r h . auflrilt 20 12 DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O Abb. 8. B r o m e n e mit Emailknopf en verzierte Fibel uon Isokylä, Ketohaka, Ksp. Uskela. Finnland. 1/1. Nach E. Kivikoski. — E m a l jp r y d d bronsfibula från Isokylä. Ketohaka, Uskela socken, Finland. der Verbreitung des osteuropäischen Emailschmuckes vor kurzem veröffentlicht hat (Abb. 9). Es ist bisher die einzige annähernd und seine Bliitezeit in das 4. und 5. J a h r h . fällt. Der Emailschmuck wird hier ohne nä here Beweisfiihrung mit den Urnengräberfeldern in Bcziehung gebracht und letztere werden vorbehaltlos den Slaven zugeschrieben. Vom Dnieprgebiet aus als Zentrum verbreitet sich der Emailschmuck in die anderen Gebiete. Auf das zeitlich bedeutend friihere Auftreten des Emailschmucks auf unbestritten baltischem Gebiet wird nicht eingegangen. Schon A. Tallgren (Enamelled Ornaments in the Valley of the Desna. ESA, XI, Helsinki 1937, S. 147 ff.) hat die Ansicht geäussert, dass die Verbreitung des Emailschmucks mit der Expansion der Slaven in Zusammenhang stehen könntc. Das Okagebiet betreffend isl zuletzt von T. N. Nikolskaja (Kul'tura plemen baasajna verchnej Oki v I tysjaceletii n. e. — Die Kultur der Volksstämmc im oberen Oka-Gebiel im I. Jahrtausend u. Z. — Materialy i issledovanija po archeologii SSSB. 72, M. 1959) die Ansicht vertreten worden, dass hier schon mit dem Ausgang der röm. Kaiserzeit Slaven siedelten. Den Emailschmuck dieses Gebiets setzt sie in die Gruppe 2 ihrer Einleiluug des Fundmaterials. was zeitlich dem 4.—7. J a h r h . entspricht (a. a. O., S. 82 ff.). Die russische Vorgeschichtsforschung ist uberhaupt geneigt, die Anfänge der ostslavischen Expansion viel fruher anzuselzen als das bisher iiblich gewesen isl. 13 V. G I N T E R S vollständige Verbreitungskarte, die jedoch keinen Uberblick iiber die Verbreitung der lokal begrenzten Typen gibt. 22 Im Zusammenhang mit der Helgö-Fibel und dem Tursämae Typus ist hier ein technisch-slilistisches Merkmal hervorzuheben, das bisher nicht behandelt worden ist und das diese Fibeln von der Masse des Emailschmucks unterscheidet. Die Emaileinlagen sind bei diesen Gegenständen, wie das beim émail-champlevé iiblich ist, in auf der Oberfläche der Gegenstände eingetiefte Felder gesetzt. Das ist mit wenigen Ausnahmen im ganzen Verbreitungsgebiet dieses Emailschmucks der Fall. Die Fibeln vom Tiirsämae Typus haben diese Art der Emaileinlage bisher nur in zwei Fallen aufzuweisen — bei der Fibel von Ojaveski mit dem eingetieften rhombischen Feld auf dem Fibelfuss und bei der Fibel von Tursämae mit den in das abgeflachte Fussende eingetieften kleinen runden, den Knöpfen entsprechenden Feldern. Sonst haben alle Fibeln vom Tursämae Typus, soweit sie emailverziert sind, die Emaileinlagen in kleinen, runden, schälchenförmigen (wie bei der Helgö-Fibel) oder auch zylinderförmig erhöhten, d. h. aufgenieteten Knöpfen. Die Emailverzierung gehört uberhaupt nicht zu den Hauptmerkmalen dieser Fibeln. Von der allgemein anerkannten Herleitung dieses Fibeltypus von den ballischen kraftig profilierten Fibeln ausgehend, sind diese Hauplmerkmale die charakteristische Gestaltung des Fibelkopfes, die abgeflachten sprossenähnlichen Querprofilierungen des Biigels, die Steigerung der Grosse dieser Fibeln und die Ausschmiickung mit aufgesetzten Knöpfen in einer ganz bestimmten Anordnung. Letzteres ist auch bei anderen estländisehcn Fibeltypen, wie z. B. bei den Sprossenfibeln der Fall. 23 Es känn angenommen werden, dass die Emailverzierung der Knöpfe der Tursämae-Fibeln erst später bei der schon vollendeten Entwicklung dieses Fibeltypus iibernommen worden ist. Der 23 Vgl. z. B. A. Hackman, Baltische Sprossenfibeln ..., S. 71, Abb. 10 und H. Moora, Die ältere Eisenzeit ..., Tafeln zum I Teil, Dorpat 1929, Abb. Taf. IV, 2, 3; V, 4; VI, 7—9. Hierzu gehört auch die dem Tursämae Typus nahestehende Sprossenfibel aus Upmali, Lettland, s. H'. Moora, Die Eisenzeit . . . . II, Abb. 19, 9. 14 DIE EMAILVERZIERTE FIBEL VON HELGO Abb. 9. Die Verbreitung des osteuropäischen emailverzierten Schmucks. Nach H. Moora. — Karta visande emaljutsmyckningens utbredning. De små cirklarna beteckna fgnd med ett eller två föremål, de större fynd med talrika föremål. Kartan har kompletterats med fibulan från Helgo. Vorstufe entsprächen dann Fibeln wie die Tiirsämae-Fibel aus Malla (Abb. 6) mit halbkugeligen massiven Knöpfen. Die Fibel von Helgo ist die einzige Tiirsämae-Fibel mit der flachen schälchenartigen Form der Emailknöpfe, die an den Seiten auf die zylinderförmig erhöhten Ansätze aufgenietet sind. Bei allén anderen Fibeln vom Tursämae Typus sind die Knöpfe 15 V. G I N T E R S mit senkrechten Wänden zylinderfönnig gestallet (Abb. 4, 5, 8). Soweit es sich um Emailknöpfe handelt, die direkt auf den hohlwandigen Fibeln aufgesetzt sind, konnte man ein derartiges Verfahren aus rein technischen Erwägungen erklären. Das Eintiefen von Emailfeldern in die verhältnismässig diinnen Wände dieser Fibeln war kaum möglich und so hat man dasselbe Verfahren mit aufgenieteten Knöpfen auch auf die Sprossenansätze iibertragen. Kleine runde Emailfelder und flache runde, knopfarlige Bandansätze und Eckabschliisse der gewöhnlich rhombischen oder dreieckigen Felder mit Emalleinlage bilden ein Stilmerkmal der ganzen Gruppe des Emailschmucks iiber das ganze weiträumige Verbreitungsgebiet hin. Eine Durchsicht aller veröffentlichten Emailfunde zeigt, dass im an Emailfunden reichem Dniepr- und Desna-Gebiet keine aufgenieteten Emailknöpfe vorkommen. 24 Dasselbe ist bei den Emailfunden im Oka-Gebiet, an der oberen Wolga und bei den iibrigen Streufunden in Bussland festzustellen. 25 Die einzigen Ausnahmen mit aufgesetzten Emailknöpfen stammen aus den Masuren und aus Ostlitauen. Aus Babienten, Kreis Sensburg im ehem. Ostpreussen, stammt ein zuerst von Bujack veröffenllichter bronzener Halsring mit hohen Kegelenden und verbreilerlem abgeflachten Mittelteil. 28 Es ist das einzige mir be24 Vgl. A. Spicyn, a. a. O., Das Kiever Gebiet, S. 169 ff. Sobranije B. N. i B. I. Khanenko, Drevnosti Pridnjeprovja. Collection B. Khanenko, Antiquités de la region du Dniepre, VI, Fpoque de la grande emigration des peuples. Kiev 1907. Hier sind Taf. VII, 202, 203 Bronzesporen aus dem Gouv. Kiev abgebildet, die schälchenartige Knöpfe mit Emaileinlagen haben, aber diese sind nicht aufgenietet sondern mit dem Sporn gleichzeitig gegossen. 25 Vgl. A. Spicyn, a. a. O., Das Oka Gebiet, S. 178 ff. N. Boulitchov, Fouilles de la Bussie Cenlrale. Kourgans et gorodietz. Becherches archéologiques sur la ligne de partage des eaux de la Volga et du Dniéper. Moskau 1900. N. 1. Bulycov, Zurnal raskopok po éasli vodorazdela verchnich pritokov Volgi i dniepra. M. 1899. (Journal der Ausgrabungen in dem Gebiet der Wasserscheide der oberen Nebenfliisse der Wolga und des Dniepr). J. de Baye, Les bronzes cmaillcs de Mostchina, Paris 1892. Ders., La bijouterie des Goths en Bussie, Mémoires de la Société Nationale des Antiquaires de France. Paris 1898. Bujack, Die Bronzen mit Glassfluss im Prussia-Museum, Sitzungsberiehte der Altertumsgesellschaft Prussia, 1890. Königsberg. Pr. 1891, S. 189 ff. 26 16 DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O Abb. 10. Bronzener Halsring mit aufgesetzten Emailknöpfen von Babienten, Kr. Sensburg, ehem. Oslpreussen. Nach Bujack. — Halsring av brons med emaljprydda knoppar från Babienten, Kreis Sensburg l förutvarande Ostpreussen. kannte Exemplar dieser Halsringe, welches den Tiirsämae-Fibeln entsprechende aufgesetzte zylindrische Knöpfe mit roten Emaileinlagen hat (Abb. 10). In diesem Fall sind technische Voraussetzungen massgebend, denn das Eintiefen von Emailfeldern in Abb. Taf. II. W. Gaerte, Urgeschichte Ostpreussens. Königsberg Pr. 1929, Abb. 180. Es ist eine in den Masuren, Ostlitauen und Bussland vorkommende spätere Abwandlung der fiir das baltische Gebiet charakteristischen kaiserzeitlichen Halsringe mit Kegelenden. Vgl. H. Moora, Die Eisenzeit . . . , II, S. 298. 17 V. G I N T E R S das diinne Bronzeblech des Halsringes war nicht möglich. Nicht immer war die Anwendung von aufgeselzlen Emailknöpfen auf diese Weise technisch bedingt. Das Auftreten auf gesetz ter zylindrischer Emailknöpfe auf Hufeisenfibeln in Ostlitauen zeigt, dass bei diesem Verzierungsverfahren auch rein dekorativ-stilistische Erwägungen mitbestimmend gewesen sind. Bei diesen massiv gegossenen Fibeln bereitete die Anwendung eingetiefter Emailfelder keine Schwierigkeit. Wenn trotzdem erhöhte Knöpfe aufgenietet wurden, so musste das mit der Absicht geschehen sein, die ebenen Flachen mit den eingelicften Emailfeldern auf diese Weise plaslisch zu beleben. Diesem Bestreben dienten ja auch die massiven halbkugeligen Knöpfe ohne Email, wie man sie bei den profillerlen und den Sprossenfibeln sowie teilweise bei den Scheibenfibeln und Anhängern im ballischen Fonnenkreis dieser Zeitperiode antrifft. 27 Die litauischen Emailfunde sind von Pr. Kulikauskas zusammengestellt worden. 28 Es handelt sich hier um 24 emailverzierte Gegenstände von 17 Fundorten, die mit wenigen Ausnahmen alle in Ostlitauen belegen sind. In diesem Zusammenhang interessieren uns zwei emailverzierte Hufeisenfibeln. Die eine stammt aus Baksiskiai, Gem. Vistytis, Kr. Vilkaviskis (ehem. Gouv. Suvalki) und ist zuerst von A. Spicyn veröffentlicht worden (Abb. 11). 29 Sie zeigen die fiir Litauen charakteristische Form der Hufeisenfibeln mit rhombischem Mittclfeld und runden Endscheiben mit roten Emaileinlagen, welche in diesem Fall auf den Endscheiben mit weissen Emailflecken durchsetzt sind. 30 An den 27 Vgl. hierzu H. Moora, Die Eisenzeit . . ., Bd. I, Tafeln. Tartu 1929, Taf. IV, 2, 3; V, 4, 8; VI, XXIX, 5, 9—11. 28 Pr. Kulikauskas, Emaliuoticji dirbiniai Lieluvoje. (Emailverzierte Gegenstände aus Litauen.) Vitauto Didziojo kulturos muziejaus metrastis. (Jahrbuch des Kultur-Museums Vitautas d. Gr.) I, Kannas 1941, S. 43 ff. 29 A. Spicyn, Nachodka drevnich vescej v Suvalskoj gub. (Ein Fund von Altertiimern im Gouv. Suvalki). Zapiski Imp. Busskago Archeol. Obäéestva, Bd. X, 1—2. N. S. Trudy otdelenija slav. i russkoj archeologii, III, St. Petersburg 1898, S. 358 ff, Abb. Taf. I, 5. 30 Vgl. die Beschreibung bei A. Spicyn, predmefy s vyjemöatoju emalju, S. 162, Abb. 187. Diese bei Spicyn wiedergegebene Umrisszeichnung ist auch von E. Hjärne, a. a. O., S. 171, Abb. 10 iibernommen worden. Pr. Kulikauskas, a. a. O., S. 50, F u n d 11 (Fund 1 im Verzeichnis S 62), Abb. 3. Die Fibel 18 DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O Ecken des Mitlelfeldes silzen vier runde erhöhte Emailknöpfe zylindrischer Form, die solchen der Tiirsämae-Fibeln (Abb. 4, 5, 8) enlsprechen. Ob diese plastischen Knöpfe mit der Fibel gleichzeitig gegossen oder aufgenietet sind, isl auf der Abbildung nicht zu erkennen. Es wird sich wohl um aufgenietete Knöpfe handeln. Dafiir spricht der Fund einer völlig entsprechenden Hufeisenfibel aus Varapniskiai, Gem. Nemenciné, Kr. Vilnius. Auf der von Kulikauskas veröffentlichten Abbildung sind zwar die runden erhöhten Knöpfe deutlich sichtbar, aber erst seine eingehende Beschreibung der Fibel 31 schliesst jedes Missverständnis aus. Er bezeichnet die Knöpfe ausdriicklich als aufgesetzte, hohe, zylindrischc Knöpfe mit rotem Email. Dieses uns interessierende Detail ist auf einer später veröffentlichten Zeichnung (Abb. 12) deutlich erkennbar. 32 Die Form der aufgesetzten Knöpfe entspricht völlig den Emailknopf en der Fibel aus Tiirsämae (Abb. 4). Die beiden Hufeisenfibeln nnd der Halsring aus Babienten können mit den jungeren Fibeln vom Tursämae Typus ungefähr gleichzeitig sein. Der Halsring känn friihestens in das 5. Jahrh. datiert werden. Nach dem jetzigen Fundbesland scheint es, dass die bei den Fibeln vom Tiirsämae Typus charakteristische Anwendung aufgenieteter runder Emailknöpfe auf den westlichen Teil des Verbreilungsgebietes emailverzierten Schmuckes, d. h. Estland, Ostlitauen und den Masuren, beschränkt ist. Bezeichnend dafiir ist der Umstand, dass die dem Typus und der Verzierung nach analogen Varianten des Halsringes aus Babienten (Abb. 10), welche in dem Fund von Moscino nnd im Kiever Gebiet auftreten, zwar befindet sich in der Sammlung der Eremitage in Leningrad und war Kulikauskas nicht zugänglich. 31 Pr. Kulikauskas, a. a. O , S. 49, F u n d 9 (Nr. 14 im Verzeichnis S. 63), Taf. XI, 5. J. Puzinas, Naujausiu proistorniu lyrinéjimu duomenys. (Bericht iiber die neueslen vorgeschichtlichen Forschungen.) Kaunas 1938, Taf XXIII, Abb. 40, 3. A. Z. Tautaviéus, Vostoénolitovskije kurgany. (Ostlitauische Kurgane). in: Voprosy etniCeskoj istorii narodov Pribaltiki (Die Fragen der ethnischen Geschichte der Völker des Baltikums. Moskau 1959, S. 128 ff., Abb. 2, 3. 32 Lietuviu liaudies menas (Die litauische Volkskunst), Bd. I, Vilnius 1958, Abb. 259 und 264. 19 V. G I N T B Ii S Abb. 11. Bronzene emailverzierte Hufeisenfibel mit attfgesetzten Emailknöpfen von Bakiiikiai, Gem. ViSfutis, Kr. Vilkaviskis. Litauen. Ca 1/2. Nach A. Spicyn. — Emaljprydd hästskofibula från Bakiiikiai, Vistydo socken, Kreis Vilkuuiskio. Litauen. dasselbe Ornamentschema haben, dass aber die Verzierung in Treibarbeit ausgefuhrt ist. Anstelle der Emailknöpfe des Halsringes aus Babienten sitzen dort runde getriebene Buckel. 33 Das Verwenden aufgenieteter Knöpfe bei den Fibeln vom Tiirsämae Typus muss somit aus diesem westlichen Gebiet des Emailschmuckes — Ostlitauen und den Masuren — hergeleitet werden. Es fehlt hier zwar bisher an älteren Funden mit aufgesetzten Emailknöpfen, die als Vorbild gelten könnten, aber die KulturVgl. A. Spicyn, a. a. O., S. 179, Abb. 151, sowie die Halsringe von Mezigorje bei Kiev, Taf. XXXII, und die Halsringe aus Moäfino, N. I.Bulycou. a. a. O., Taf. VIII. Aus Krasnyj Bor, Kr. Borisov, Gouv. Minsk stammt eine barocke Abwandlung dieses Halsring-Typus' aus Silber mit runden, durchbrochencn, emailvcrzierten Scheiben und flachen runden Knöpfen. Eine solche durchbrochene, als Fibel benutzte, emailverzierte Bronzescheibe mil den charakteristischen, diinnen, seitlichen Kammen, augenscheinlich von solch einem Halsring stammend, ist auch in Estland, in Arkna, Bakvere, gefunden worden. Vgl. A. Spicyn, a. a. O., Taf. XXVII und M Schmiedehelm, Archeol. pamjalniki . .., S. 217, Abb. 58, 6. 33 20 DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O .166. 12. Bronzene emailverzierte Hufeisenfibel mit aujgesetzten Emailknöpfen von Voropniskiai, Gem. Nemenéiné, Kr. Vilnius, Litauen. 1/1. Nach „Lietuvju laudies menas". — Emaljprydd bästskofibula från Voropniskiai, Nemencinés socken, Kreis Vilnius, Litauen. strömung, der Estland u. a. die Ubernahme der Emailtechnik zn verdanken hat, ist Siidnord gerichtet. Nach Ostlitauen weist auch der Fund einer zweifellos von dort eingefiihrlen, fiir dieses Gebiet charakteristischen emailverzierten Hufeisenfibel mit dreieckigen Ansätzen am Aussenrand in der Steinsetzung G von Jäbara. 3 4 Einen Hinweis auf den Verbindungsweg zwischen Estland und M. Schmiedehelm, Archeol. pamjalniki . . . , S. 72, Abb. 15, 1. H. Moora, Die Eisenzeit . . . , II, S. 106, Abb. 20, 1. 34 21 V. G I N T E R S Ostlitauen geben in diesem Fall vielleicht zwei in Ostlettland gefundene emailverzierte Hufeisenfibeln von diesem Typus. 35 Wenn man von den sehr auseinandergehenden Ansichten iiber die Verbreilungszentren und Bichtungen dieser osteuropäischen Emailgruppe sowie ihrer ethnischen Zuweisung absieht, sind alle Forscher sich dariiber einig, dass die Anregung zur Ubernahme des Emails von den provinzialrömischen Emailarbeiten ausgegangen ist. Trotz den sehr ausgeprägten stilistischen Eigenarten der osteuropäischen Arbeiten haben fast alle ornamentale Einzelheiten, wie z. B. die Form und Verteilung der Emailfelder auf den Gegenständen, ihre nächsten Vorbilder beim provinzialrömischen emailverzierten Schmuck, besonders bei den Fibeln. 36 Die aufgenieteten Emailknöpfe der Fibel von Helgo sowie die Knöpfe ohne und mit Email der Fibeln vom Tiirsämae Typus sind letzten Endes ebenfalls auf den kelto-romanischen Formenkreis zuriickzufiihren. Beschlagknöpfe und Nietköpfe, häufig mit Korallen- oder Emaileinlagen, letzteres besonders in der Spätlaténezeit, sind bei den keltischen Metallarbeiten sehr beliebt und verbreiten sich auch nach dem Norden, wo in vereinzelten Fallen Email schon in der vorrömischen Eisenzeit auftritt. 37 Den Knöpfen der Tiirsämae-Fibeln näherstehend sind die aufgesetzten Knöpfe mit Emaileinlagen einiger Trinkhornketten aus Gotland. 38 35 V. Ginters, Bornas imports Latvija. (Bömischer Import in Lettland) Senatne un Mäksla, II, Biga 1936, S. 47 ff. Vgl. auch H. Moora, Die Eisenzoit ..., II, S. 105, Abb. 21, 1—2. 30 Vgl. hierzu die Zusammensfellung dieses Materials von A'. Exner, Die provinzialrömischen Emailfibeln der Bheinlande. 29. Bericht der römischgermanischen Kommission 1939, Berlin 1941, sowie Sellye Ibolya, Les bronzes émaillés de la Pannonie romaine. Disserlationes Pannonicae. Ser. 2, fasc. 8, Budapest 1939. L. Lerat, Les f ibules Gallo-Bomaines. Catalogue des collections archéologiques de Besancon. II, Besanvon 1956. 37 Siehe T. J. Arne, Svenska emaljerade föremål från den förromerska järnåldern. Studier tillägnade Oscar Montelius 1903 av lärjungar. S. 121 ff. und E. Nylén, Die jiingere vorrömischc Eisenzeit Gotlands. Uppsala 1955, S. 405, 457, 533, 537. • O. Almgren und B. Nerman, Die ältere Eisenzeit Gotlands. Stockholm 1923, Taf. 19, Abb. 282, 284, 289. Dass es sich hier um echle Emaileinlagen handelt, wird von Greta Arwidsson bezweifelf, die diese Einlagen fiir Einfassungen rundgeschliffener Glasmasse halt. G. Arwidsson, Vendelslile. Email 22 DIE EMAILVERZIERTE FIBEL VON HELGO Wie die baltische Knopfverzierung der Fibeln herzuleiten ist, lässt sich nicht näher feststellen. Plastische Knöpfe sind auf den Köpfen provinzialrömischer Biigelfibeln anzutreffen. 39 Hierher gehören auch die aufgesetzten, gestielten, oft emailverzierten Mittelscheiben und Knöpfe der provinzialrömischen Scheibenfibeln. 40 Es fehlt also nicht an Vorbildem in diesem Kreis. Die Fibel von Helgo ist der erste Fund im Mälargebiet und mit den Funden aus Storkåge in Västerbotten und Västra Vingåker in Södermanland 4 1 der dritte Fund emailverzierten Schmuckes aus der Ubergangsperiode von der späten Kaiserzeit zur Völkerwanderungszeit in Schweden, welche Verbindungen mit einem eng begrenzten Gebiet Estlands — der Landschaft Virumaa — bezeugen. Helgo betreffend, känn die hier behandelte Fibel vom Tursämae Typus nicht als ein vereinzelt und zufällig hierher geratener estnischer Schmuck gedeutet werden. Die Verbindungen mit Estland, resp. dem Ostbaltikum, haben auch in den folgenden Jahrhunderten fortgesetzt, wie das die schon 1954 auf Helgo gemachten Funde oslbaltischer Herkunft beweisen. Welcher Art diese Beziehungen gewesen sein könnten, ist bis auf weiteres schwer näher zu beurteilen. B. Nerman ist geneigt, sie in Zusammenhang mit ostschwedischen Kolonien zu bringen. 42 Es fehlt bisher aber in Estland an Belegen dafiir aus dieser Zeit. Ganz neue Gesichtspunkte in der Frage der schwedlsch-baltischen Beziehungen eröffnen die von B. Ambrosiani geleiteten Ausgrabungen in Darsgärde, Ksp. Skederid, Uppland, wo auf einer Burgsiedlung in vorrömischen Schichten und solchen der Kaiserzeit Funde gemacht wurden, die eindeutig ballischen resp. estnisch-finnischen Charakter aufwedsen.43 und Glas im 7.—8. Jahrhundert. Valsgärdestudien I, Uppsala 1942, S. 70. Den Hinweis auf diese Trinkhornketten verdanke ich P. Lundström. ** Siehe K. Exner, a. a. O., Taf. 6, 1—6 und Taf. 7, 7. 40 K. Exner, a. a. O., Taf. 12—17. 11 E. Kivikoski, Loimafyndet, S. 8, Abb. 14 und Big, 1925, S. 43. 42 B. Nerman, Ostballiskt från yngre vendeltid bland fynden från Helgon, Ekerö. Fornvännen, 1956, S. 48 ff. 45 B. Ambrosiani, Darsgärdekomplexet. Fornvännen, 1958, S. 161 ff. Ders., Keramikboplatsen på Hamnbrinken vid Darsgärde. Tor 1959, S. 108 ff. 23 V. G I N T E R S Hierzu gesellen sich zwei Grabfunde aus Uppland mit je zwei Armringen von einer fur Nordlettland und Estland charakteristischen Form, die einzigen bisher in Schweden angetroffenen Exemplare dieser Art. 44 P . Lundström, Tvä baltiska armringsuppsättningar från Uppland. Fornvännen, 1960, S. 131 ff. 44 SAMMANFATTNING V. Ginters: Den emaljprydda fibulan från Helgo. Vid de fortsatta undersökningarna på Helgo i Mälaren 1959 anträffades en fragmentarisk, emaljprydd bronsfibula (fig. 1). Fibulans bägge ändar saknades. Den avbrutna fotändan visade spår av försmältning. Emaljutsmyckningen inskränkte sig till tre kvarvarande pånitade, r u n d a och skålformiga knoppar (fig. 1 och 2). I dessa finnas rester av nu färglös emalj, som genom inverkan av eld övergått till slagg. Denna fibula — den första i sitt slag som anträffats i Sverige — är av en estnisk variant av kejsartidens kraftigt profilerade fibulor, känd under benämningen fibulor av Tiirsämae-typ efter fyndplatsen Tursämae (Tiirsel) i Vaivara socken i Estland. F r å n denna fyndort h ä r r ö r också det hittills anträffade bäst bevarade exemplaret av dessa fibulor (fig. 4). Tillverkningsoch utbredningscenlrum för Tursämae-fibulorna ligger i nordöstra Estland i Kreis Virumaa (Wierland). I Estland äro hittills nio fibulor från fem fyndplatser kända, vilka alla ä r o belägna i Virumaa (fig. 4—6). Utanför Estland ha blott två fibulor av denna typ anträffats, nämligen den som här publiceras och en från Finland, anträffad i Isokyla, Ketohaka, Uskela socken (fig. 8). Närmast besläktad med fibulan frän Helgo ä r dels den som anträffats i Finland, dels ett fragment av en fibula från J ä b a r a , Liiganuse socken (fig. 5). Jämförelser med dessa båda fibulor möjliggöra en förhållandevis exakt rekonstruktion av den skadade fibulan från Helgo (fig. 3). Dateringen av fibulor av Tiirsämae-typ h a r hittills inte k u n n a t n ä r m a r e preciseras. Alla dessa fibulor h ä r r ö r a från gravfynd med undantag dock av fibulan från Helgo, som anträffats på en boplats. Fyndförhållandena göra det emellertid icke möjligt att kronologiskt hålla isär de enskilda gravinventarierna. Fibulornas form, som är att härleda från de baltiska varianterna av de kraftigt profilerade fibulorna, hänvisar dem till en sen del av den romerska kejsartiden. Hela gruppen av fibulor är dock knappast 24 DIE E M A I L V E R Z I E R T E F I B E L VON H E L G O samtidig. De försök som hittills gjorts att datera fibulorna av Tiirsämae-typ sträcka sig över ett tidsavsnitt från 200-lalet till början av 400-talet. Fibulan från Helgo tillhör stilistiskt sett de senaste varianterna och kan tidigast dateras till början av 400-lalet. Med frågan om den baltiska emaljutsmyckningens ställning inom den stora, vitt spridda östeuropeiska gruppen av emaljsmyckade föremål har den estniske förhistorikern H. Moora nyligen vid upprepade tillfällen sysslat och h a r därvid publicerat en i det närmaste fullständig utbredningskarta (fig 9). Emaljutsmyckningen på fibulor av Tiirsämae-typ skiljer sig från den stora massan av emaljutsmyckning genom etl tekniskt och stilistiskt särdrag. Dessa fibulor hava, bortsett från endast två undantag (jämför till exempel fotändan på den ena fibulan från Tursämae, fig. 4), emaljinläggningarna anbragta i små, runda, skål- eller cylinderformigt upphöjda, pånitade knoppar. På alla a n d r a cmaljprydda föremål av denna grupp äro emaljinläggningarna, såsom är vanligt vid gropemalj, anbragta i fördjupade fält på föremålens yta. De enda föremålen med påsatta cmaljknoppar som på fibulor av Tiirsämae-typ h ä r r ö r a från Masuren och östra Litauen (fig. 10— 12) och kunna vara ungefär samtidiga med de yngre fibulorna av n ä m n d a lyp. Användningen av pånitade emaljknoppar på fibulor av Tiirsämae-typ måste på grund därav leda sitt ursprung från detta västliga emaljutsmyckningsområde — östra Litauen och Masuren. Här saknas hittills äldre förebilder, men den kulturström som fört emaljtekniken till Estland har gått från söder till norr. Mot östra Litauen pekar också en emaljprydd hästskofibula från Jäbara, Kreis Virumaa, prydd med trekantiga utsprång längs ytterkanten. I denna kulturström h a r också östra Lettland dragits in, och därifrån h ä r r ö r a två emaljprydda häslskofibulor av denna ösllitauiska variant. Trots de östeuropeiska emaljarbelenas mycket utpräglade stilistiska särdrag är deras härstamning frän provinsialromersk emaljutsmyckning icke att laga miste på. Emaljfältens ornamentsmotiv och deras fördelning hava sina närmaste förebilder på provinsialromcrska fibulor med emaljutsmyckning. Tiirsämac-fibulornas pånitade emaljprydda knoppar böra likaså i sista hand h ä r r ö r a från den kello-romanska formkretsen. Fibulan från Helgo är det första föremålet i sitt slag som påträffats i Mälardalen och utgör tillsammans med de bägge hästskofibulorna från Slorkåge i Västerbotten och Västra Vingåker i Södermanland, bägge h ä r r ö r a n d e från östra Estland, det tredje fyndet med emaljutsmyckning från övergängstiden mellan den senare kejsartiden och folkvandringstiden i Sverige, som visar att förbindelser funnits med ett snävt avgränsat område i Estland — landskapet Virumaa. 25